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Aktualisiert am
18. Februar 2026
Wann kommt die nächste Indexerhöhung in Luxemburg? Was sich 2026 ändert
Wann kommt die nächste Indexerhöhung in Luxemburg? STATEC erwartet Q2 2026. Was sich an der IPC-Berechnung ändert und was das für Ihr Gehalt bedeutet.
2026 bringt eine stille, aber durchaus bedeutende Änderung daran, wie der Auslöser berechnet wird, und die nächste Tranche ist näher, als viele denken.
Wann kommt die nächste Indexerhöhung in Luxemburg?
Laut den neuesten STATEC-Prognosen, veröffentlicht im Februar 2026, wird die nächste Lohnindexierung für das zweite Quartal 2026 erwartet, also April, Mai oder Juni. Eine weitere Tranche ist dann für das dritte Quartal 2027 vorgesehen.
Die Inflation liegt in Luxemburg derzeit bei rund 1,8 %. Sinkende Energiepreise, teilweise dank staatlicher Strompreissubventionen, halten die Lage relativ stabil, aber Lebensmittel- und Dienstleistungspreise steigen stetig weiter. Die Kombination hält die Inflation nah genug an der Schwelle, dass die nächste Indexerhöhung in Luxemburg mit großer Wahrscheinlichkeit vor dem Sommer kommt.
Was das für Arbeitnehmer bedeutet
Wenn der Index ausgelöst wird, steigt Ihr Bruttogehalt automatisch um 2,5 %. Beim aktuellen Mindestlohn von 2.703,74 € brutto (ungelernte Arbeitnehmer) entspricht das einer automatischen Anhebung auf rund 2.771 €.
Ein Punkt, den man im Blick behalten sollte: Wenn Ihr Bruttogehalt steigt, erhöht sich auch Ihr zu versteuerndes Einkommen. Ihr Nettogehalt wird nicht um die vollen 2,5 % steigen. Wie viel genau, hängt von Ihrer Steuerklasse und Ihrem Einkommensniveau ab. Es bleibt ein echter Gewinn, nur eben nicht der auf dem Papier genannte Prozentsatz.
Was das für Arbeitgeber bedeutet
Wenn der Index ausgelöst wird, steigen alle Bruttogehälter unter luxemburgischem Arbeitsvertrag um 2,5 %, automatisch und ausnahmslos. Das bedeutet: jedes Gehalt aktualisieren, alle Sozialabgaben neu berechnen und neue Lohnabrechnungen erstellen, alles gleichzeitig.
Wer die Lohnbuchhaltung manuell oder mit einem einfachen Tool verwaltet, gerät dabei schnell unter Druck. Plattformen wie Salary.lu erledigen das automatisch: Gehaltsanpassungen, Neuberechnung der Beiträge und aktualisierte Lohnabrechnungen, ohne dass jemand jeden einzelnen Datensatz manuell anfassen muss.
Der Warenkorb wird modernisiert
Um festzustellen, wann der nächste Index ausgelöst werden soll, misst Luxemburg die Inflation über den Verbraucherpreisindex (IPC). Das STATEC, Luxemburgs nationales Statistikinstitut, verfolgt die Preise von Hunderten von Waren und Dienstleistungen, die Haushalte tatsächlich kaufen. Wenn dieser Korb nachhaltig genug im Preis steigt, greift der Mechanismus.
Ab 2026 übernimmt Luxemburg ein neues europäisches Klassifikationssystem namens ECOICOP v2. Einfach gesagt: Der Warenkorb wird aktualisiert, um widerzuspiegeln, wie Menschen ihr Geld heute ausgeben, nicht mehr wie vor zehn Jahren.
Die sichtbarste strukturelle Änderung: Die Zahl der großen Ausgabenkategorien steigt von 12 auf 13. Die alte Sammelkategorie „Verschiedene Waren und Dienstleistungen" wird in zwei präzisere Kategorien aufgeteilt: „Versicherungen und Finanzdienstleistungen" und „Körperpflege, Sozialschutz sowie verschiedene Waren und Dienstleistungen". Mehr Genauigkeit, klareres Bild.
Was kommt neu in den Warenkorb?
Mehrere Ausgabenpositionen werden erstmals erfasst: häusliche Pflegedienste, Glücksspiel, Liefergebühren (Deliveroo, Amazon, etc.), Multimedia-Streaming-Abonnements (Netflix, Spotify...) und das Laden von Elektrofahrzeugen.
Das sind reale, wiederkehrende Kosten für einen großen Teil der luxemburgischen Haushalte. Ihre Aufnahme bedeutet, dass die Inflationszahl endlich das widerspiegelt, was Menschen wirklich ausgeben, und kein veraltetes Bild der Konsumgewohnheiten mehr liefert.
Energie und Lebensmittel bekommen mehr Gewicht
Neben neuen Posten ändert sich auch die Gewichtung bestehender Kategorien. Energie und Lebensmittel erhalten einen größeren Anteil an der Gesamtberechnung, was angesichts der stark gestiegenen Kosten und ihrer zentralen Rolle im Haushaltsbudget sinnvoll ist. Wohnen, Wasser, Strom und Heizung machen nun 16,3 % des Index aus. Lebensmittel und alkoholfreie Getränke stehen bei 14,7 %.
Dienstleistungen wie Gastronomie, Transport und Gesundheitsversorgung verlieren leicht an Gewicht. Die Verschiebung spiegelt die Realität wider: Man kann auf einen Restaurantbesuch verzichten, um zu sparen, aber nicht auf die Stromrechnung.
Wird die Indexerhöhung dadurch anders ausgelöst?
Theoretisch leicht. Ein repräsentativerer Korb bedeutet, dass die Inflationsmessung besser mit den tatsächlichen Ausgaben übereinstimmt. Das STATEC erwartet in der Praxis aber keine wesentlichen Unterschiede. Der Auslöseschwellenwert und die Erhöhung um 2,5 % bleiben exakt gleich. Es handelt sich um eine Genauigkeitsanpassung, keine politische Änderung.
Kurz zusammengefasst
Die IPC-Aktualisierung 2026 ändert nichts an der Funktionsweise des Index, sie macht die Messung ehrlicher. Ein Warenkorb, der Streaming, Liefergebühren und EV-Laden einschließt, ist ein Warenkorb, der abbildet, wofür luxemburgische Haushalte 2026 tatsächlich Geld ausgeben.
Der Mechanismus bleibt gleich. Die Berechnung wird einfach ein Stück genauer. Und wenn die STATEC-Prognose zutrifft, wird die nächste Indextranche in Luxemburg das noch vor dem Sommer widerspiegeln.
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